
Seit einigen Tagen haengen wir im Sueden Balis ab - genauer gesagt auf der Halbinsel Bukit, im Ort Balangan. Hier gibt es noch keinen all zu grossen Touristrom, keine Hotelkomplexe, keine Scharen von Einheimischen am Strand, die einem was verkaufen wollen. Dafuer aber auch nicht ueberall gepflasterte Strassen. Die Leute wohnen in kleinen Huetten, haengen ihre Waesche neben ihrer Kuh (die hier sehr klein ist) draussen im rauen Gelaende auf. Ueberall am Wegesrand findet man kleine Huetten, wie Kioske, wo man Benzin oder Wasser kaufen kann. Schon urig. Zum Glueck sind wir mit dem Fahrer Jeffrey hierhingefahren, sonst haetten wir es wohlmoeglich gar nicht gefunden. Und zum Glueck haben wir Jeffreys Nummer von Michas Freunden Alex und Bianca bekommen. Mit einem fremden Taxifahrer haette ich vermutlich im ersten Moment gedacht: Will der uns hier in den Kapaten ausrauben?

Wir haben einige Naechte in einer der Strandhuetten verbracht (Kostet noch nicht mal vier euro fuer jeden). Jimmy Brothers Cafe hiess das kleine Ding direkt auf dem Strand. Von diesen Huetten gibt es an diesem Strand ca. 6 Stueck. Jedes hat ungefaehr 5 Zimmer, meistens wohnen hier nur Surfer. Ein Bett im Zimmer, das wars. Daneben faengt auch gleich das Nachbarzimmer an, abgetrennt mit Strohwaenden. Man hoert also alles. Das kleine Bad (falls man das so nennen kann) ist draussen. Die Spuelung geht nicht immer, es gibt kein

Klopapier und die A..spuele funktioniert auch nicht. Das Klo wurde mit Sicherheit schon seit Monaten nicht mehr einer Reinigung unterzogen. Unten neben der Kueche gibt es eine kleine Dusche mit kaltem Wasser, wenn noch was davon da ist. Sehr abenteuerlich, aber ich wollte es so. Die Unterkunft mit eigenem Bad habe ich bewusst abgelehnt. Denn hier ist der Blick doch genial. Wir wachen direkt auf dem STrand auf. Fruehstuecken dort, lesen, faulenzen und gucken den Surfern zu. Die Wellen sind in diesen Tagen sehr hoch. Ca. 4 Meter - da bleibt Micha lieber in der Huette. Man fachsimpelt ueber Wellen, begutachtet die anderen Surfer und leidet mit ihnen, wenn sie mit Wunden uebersaet wieder an den Strand kommen. Die meisten ratschen sich direkt am Reef den Koerper auf. Das Einzige, was hier doch nach ein paar Naechten stoert ist der Hahn, der schon mitten in der Nacht wie wild anfaengt zu kraehen. Und das in einer Lautstaerke, die durch saemtliche Ohrstoepsel dringt. Die brauchen wir naemlich, um die doch sehr lauten Wellen abzudaempfen. In der ersten Nacht dachte ich noch: Oh cool, mit Wellen einschlafen. Doch ich lag stundenlang wach im Bett. Die Wellen waren so laut, dass ich mit unter einem startenden Flugzeug glaubte.
Gestern haben wir uns fuer drei Tage ein Auto ausgeliehen. Auch

lustig. Man muss hier einfach nur irgendwen fragen und der besorgt einem dann ein Auto. Wir haben fast drei Stunden darauf gewartet, aber immerhin haben wir dann einen kleinen Gelaendewagen bekommen. Will nicht wissen, wie alt die Moehre ist. Aber sie faehrt. Wir mussten nichts unterschreiben und er wollte auch keine Papiere von uns sehen. So einfach ist das hier. Der Typ, der uns das besorgt hat, ist hier Chef eines kleinen Internetcafes und ich nenne ihn immer Business Man, weil man mit ihm schlecht handeln kann. Ich glaub der ist grad mal 17. Aber faehrt schon Auto. Wundert hier nicht, denn auch schon 5 Jaehrige sitzen auf Mofas. (Uebrigens transportieren sie hier alles auf dem Mofa. Die komplette Familie oder auch Tiere, die an den Bauch gebunden werden). Und tanken ist auch eine Sache für sich. Die sog. Tankstellen befinden sich neben irgendwelchen Shops, zum Beispiel neben dem Surfshop - siehe Foto. In den Flaschen befindet sich das Benzin.
Mit dem Auto sind wir dann nach Uluwato gefahren, einem kleinen Surferdorf direkt an einer

STeilklippe. War sehr gigantisch. Fuer die ersten 2 Kilometer durchs Gelaende haben wir knapp 15 Minuten gebraucht. In einigen Jahren wird es hier sicherlich Strassen geben. Sie arbeiten schon dran und haben eine gute Methode. Sie verlangen 2000 Rp von jedem, der den Weg durchquert. Ich dachte erst, was fuer ne Abzocke. Aber sie erklaerten uns, dass sie mit dem Geld BEton kaufen, um die Strasse zu machen. WEnn die fertig ist, verlangen sie kein Geld mehr.
Abends haben wir uns dann entschieden in das Flowerbud zu ziehen, ein Tipp von Alex und

Bianca. Dort gibt es ein gemuetliches Bett und ein eigenes Bad draussen. Auch hier hat mich der Hahn wach gehalten, aber es war Luxus pur!!!
Heute wollen wir mal die Nachbarstraende abchecken. Dreamland und Bengin - mal schauen, ob es dort genauso romantisch und wild ist.

Noch 2 Tage, dann gehts schon wieder weiter nach Australien. Krass, wie schnell die Zeit hier verfliegt. Auch wenn wir gar nicht von morgens bis abends Sightseeing machen, sondern uns treiben lassen.
Bis bald,
eure Duesseldorfer in der Ferne
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