
„Durch die Hölle ins Paradies“, so wollte ich dieses Kapitel der Reise eigentlich nennen. Doch mit etwas Abstand betrachtet wäre es doch ein wenig zu dramatisch. Aber ich muss doch sagen, in dem Moment der Reise war es genau das für mich.
Also was ist passiert... . Wir entschieden uns noch eine Weile auf Bali zu bleiben, weil es doch wirklich sehr schön und günstig hier ist. Also den Flug nach Australien schnell umgebucht und neue Pläne für Bali geschmiedet. Wir wollten der Insel Bali für einige Tage den Rücken kehren und auf eine der drei Gilli Inseln fliegen. Laut Katalog und Fotos im Internet sollte es dort blaues Wasser und weiße, nicht all zu touristische Strände geben. Na, ob diese Fotos bearbeitet wurden oder der Wahrheit entsprechen – genau das wollten wir rausfinden.
Auf Reisen vergeht viel Zeit mit Planen
Wenn man sich auf Reisen etwas vornimmt und eine Tour buchen möchte, geht das leider nicht all zu schnell. Erst einmal rausfinden, welche Anbieter es gibt, Preise vergleichen, alles abtelefonieren, etc. – da geht schon viel Zeit drauf, in unserem Fall oft 1 ganzer Tag. Fazit: Beim Reisen verbringt man viel Zeit mit Planen. Das kann ganz schön anstrengend sein. Aber wir haben uns für die Zukunft vorgenommen, einfach schnellere Entscheidungen zu treffen.
Zurück zu unserem Insel-Vorhabens. Man kann mit dem Boot direkt von Bali auf die Gillis Inseln hinfahren oder mit dem Flieger von Bali zur vorgelagerten Insel Lombock fliegen und dann mit dem Taxi zum Hafen auf Lombock und von dort aus eine Fähre nehmen, die einen dann zu eine der 3 Gili Inseln bringt. Da wir hörten, dass manche Fähren untergehen und diese eine sehr wacklige Angelegenheit sein soll, wählten wir den Flieger. Und der Flug war nur ein paar Euros teurer. Es gab mehrere Fluggesellschaften, die wir alle abtelefonierten, um an ein paar Infos zu kommen – vergeblich. Denn die Balinesen am anderen Ende der Leitung haben leider nie verstanden, wann wir genau buchen wollten. Also fuhren wir einfach zum Flughafen auf Bali – vielleicht gelang uns dort mehr. In der Tat, die 3 Fluggesellschaften hatten jeweils einen Schalter und gaben uns alle Auskunft. Ein Mann einer vierten Gesellschaft kam sogar auf uns zu und

wollte uns für seine Fluggesellschaft abwerben. Wir sollten mit ihm kommen und er machte uns ein gutes Angebot. Wir entschieden uns aber für eine andere Gesellschaft. Schon lustig, dass man am Flughafen noch abgeworben wird. Auch dass wir keinen Pass vorlegen mussten… Na ja, wir zahlten cash und hatten die Flugtickets in der Hand.
Am nächsten Morgen holte uns unser Fahrer Jeffrey, den wir ja über Freunde empfohlen bekommen haben ab. Pünktlich um 6 Uhr morgens. Da es in der Nacht starken Monsunregen gab, der auf unsere Holzhütte prasselte, hatte ich mal wieder nicht geschlafen. Auch nicht als der Regen aufhörte, denn da gaben die ungefähr 15 Hähne wieder eines ihrer "Kräh-Konzerte: – nur leider nicht bei Sonnenaufgang, sondern wie immer ab 3 Uhr nachts. Was um Gottes Willen machen die so früh??? Ich hatte in den letzten Tagen aufgehört, eine Antwort darauf zu finden. Eher beschäftigte ich mich damit, die bloeden Viecher nachts zu zaehlen - ein bisschen wie Schaefchen-zaehlen. Denn sie krähten immer reih-um. Und ich wusste hinterher wie viele es waren (15) und welcher Hahn am schönsten krähen konnte. Unser, also der von unserer Unterkunft, war definitiv der schrecklichste Kräher. Mein Gott, dass ich mal so viele Zeilen ueber Haehne (was ist eigentl. der Plural?) schreiben werde... . Na egal, wenn man nicht schlafen kann, beschäftigt man sich halt mit komsichen Dingen. Übrigens halten viele Balinesen einen Hahn, denn der Hahnenkampf ist hier so was wie ein Volkssport. Die armen Dinger sind völlig zerrupft und leben in einem kleinen Vogelkäfig, indem sie sich keinen Milimeter bewegen können. Da hab ich ihnen schnell das nächtliche Geschreie vergeben.
Am Flughafen stiegen wir in eine kleine Propeller-Maschine. Ich hoffte nur, das

s dieses Ding uns heile nach Lombock bringen würde. Nach 25 Min. hatten wir es geschafft. Der Flughafen in Lombock war klein, aber beim Verlassen strömten wieder Menschenmassen auf uns ein, um uns einen Transport anzubieten oder eine Tour zu verkaufen. Nach längerem Hin- und Herverhandeln fuhr uns ein Taxifahrer zum Hafen. Die Fahrt dauerte 40 Min und ging leider nur über Serpentinen. Nach dem wackeligen Flug war das doch etwas anstrengend für den Magen. Aber die Affen, die einfach so am Straßenrand saßen, liessen alle Strapatzen verfliegen.
Die Einheimischen waren wie FliegenAm Hafen angekommen, wollten wir eine öffentliche Fähre zu den Gilis nehmen. Doch was wir nicht wussten, diese Fähre fuhr erst, wenn es genug Passagiere gab, die auch rüberwollten. Grrr wir waren die einzigen. Die Einheimischen erklärten uns, dass das schon einige Stunden dauern könne. Leider gab es kein Cafe weit und breit. Stattdessen waren die Einheimischen – ich entschuldige mich schon jetzt für meine Ausdrucksweise – wie nervige Fliegen. Was ich da erlebt habe, war für mich die Hölle. Alle kamen zu einem und wollten uns mit einem Privatboot rüberfahren. Die Insel war in Sichtweite und Stunden warten war auch scheiße. Abe

r sie wollten so viel Geld dafür. Wir waren ja die einzigen Touris dort. Alle wollen uns was andrehen. Und das Schlimme: Sie liessen uns nicht in Ruhe, auch nicht, als wir nein zu deren Angeboten sagten. Immerwieder bedrängten sie uns, und wenn man wieder mit einem Nein konterte, wurden sie sogar richtig wütend. Als Micha einem gegenüber dann mit einem lustigen Spruch konterte, fand dieser den Spruch gar nicht lustig. Ich dachte echt, der steigt gleich von seiner Mofa ab und geht Micha an die Gurgel. Sie beschimpften mich sogar mit den Worten, ich solle doch wieder nach Deutschland gehen, wenn das zu teuer sei. Es ist schwer, diese Situation mit Worten wiederzugeben. Im Vergleich zu Deutschland war es vermutlich auch nicht so teuer. Aber allein die Tatsache, wie sie einen bedraengten - Ich empfand es als beängstigend und wollte in dem Moment enfach nur noch weg. Aber leider gab es nichts.
Reise ins Paradies
Irgendwann lernten wir dann einen Einheimischen kennen, der mit einer Österreicherin zusammen ist. Der nahm uns für die Haelfte des Geldes mit. Geschafft. Und die Strapatzen haben sich gelohnt. Wir fuhren zur ersten Gili Insel nahmens Gili Air, eine Insel zum Relaxen. Es war der reinste Traum: weißer Sandstrand, blaues Wasser – vermutlich fast wie auf den Malediven. Also alles wie die Fotos im Internet ;-) Schnell fanden wir eine Unterkunft und der ganze Stress war wie weggeflogen. Wir verbrachten viel Zeit auf schattigen Lounges, die direkt am Strand waren und schlürften frische Fruchtsäfte. Oder schnorchelten am Riff, wo es tolle bunte Fische gab: Nemofische, Regenbogenfische und so coole neon blaufarbene Fische. So was hab ich noch nicht gesehen! Auf Gili Air schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Es gab keine Autos, nur Pferdekutschen, die einen von A nach B brachten. Doch die Insel war so klein, dass man sie in ca. ner Stunde umrunden konnte. Leider war die Zeit viel zu schnell um, denn am übernächsten Tag stand schon der Rückflug nach Bali an.

Es war herrlich, ihr muesst mal dort hin! Da lohnen sich auch die Strapatzen!
Liebste Gruesse von den Backpackern