
Gestern sind wir ein Hotel weitergezogen. Und jetzt zahlen wir nur noch 6 Euro die Nacht, jipiieh! Dafür ist das Zimmer natürlich sehr spatanisch, das Bett hart, die Bettwäsche alt (gut, dass mein Bruder mir den Tipp mit dem dünnen Schlafsack gegeben hat), die Handtücher mit gelben und roten Flecken übersätt. Und das Bad ist aus dem Mittelalter - aber wir können gut damit leben. Sagrotan sei Dank! Das Wasser darf man - wie überall - nicht benutzen, also Zähneputzen mit dem gekauften Wasser. Und immerhin haben wir noch immer ein eigenes Bad, einen Miniduschstrahl und lauwarmes Wasser, das wird vermutlich bei den nächsten Unterkünften auch wegfallen. Das Tolle ist aber: Den ganzen Luxus aus Deutschland braucht man nicht. Eine gute Erfahrung. Es ist lustig zu sehen, wie sich unsere Hotels verändern. Von dem Luxushotel in Singapur, zu dem guten Hotel in Legian hin zu der ganz einfachen Unterkunft in Kuta. Bin mal gespannt, was noch kommt.
Die B

alineser sind wirklich super gastfreundschaftlich, hilfsbereit und nett. Wenn auch manchmal nervig mit ihrem ständigen Aufdrängen von Ketten, Uhren, Taxidiensten, Massagen, etc. Die setzen sich am Strand dann zu einem aufs Handtuch und drängen einem ein Gespräch auf. Manchmal nervt es. Aber wenn man sich mal näher mit ihnen unterhält, erfährt man auch interessante Dinge. Oft verdienen sie nur ca. 50 Euro im Monat. Kein Wunder, dass sie uns Touris permanent an der Backe kleben. Heute hab ich einen Kroaten kennengelernt, der ausgewandert ist. Er konnte auch gut deutsch, hat in Hilden gearbeitet. In Bali hat er sich ein Business mit Schmuck aufgebaut, den er nach Deutschland, Österreich und Italien vertreibt. Er ist glücklich und verdient sich wohl dumm und dämlich. Sorgt für seine Rente vor und plant ein großes Haus mit Pool zu kaufen. Tja, auch eine Möglichkeit... .
Was gibt es sonst zu berichten? Wir waren in Ubud, wieder einem sehr touristischen Ort. Rund um den Ort haben sich zahlreiche Handwerksdörfer angesiedelt. Steinmetze, Holzschnitzer, Silberschmiede. Rund um Ubud gibt es schöne Aussichten auf die üpiig grünen Reisfelder, tiefe Schluchten und klaren Bäche. Auf dem Weg dorthin schreiten immer wieder Frauen die Straße entlang, die riesige Opfergaben auf dem Kopf balancieren. Oder wir sehen fabenprächtig geschmückte Tempelanlagen. Leider war der Monkeyforest schon geschlossen, so dass wir an dem Tag keine Affen mehr besuchen konnten. Wir sind dann in so ein "fettes Hotel" gegangen, um einfach nur mal zu gucken, wie es dort aussieht. Jedes Zimmer/ Villa hatte einen eigenen Pool. Krass. Abends haben wir noch einen traditionellen balinesischen Tanz gesehen. Übrigens: Die Frau unseres Mofabesitzers tanzt auch. So musste ich mir schon ihr Können auf einer DVD angucken, dachte das Band endet nie.
Wie ihr seht macht man hier lustige, spannende und kuriose Erlebnisse. Auch diese hier gehört dazu. Die Polizei ist hier sehr korrupt. Sie hielten uns an, um die Licence von dem Mofa zu sehen. Wir haben von dem Besitzer aber keine bekommen. Also Geld zahlen, um schnell aus der Sache rauszukommen. Ist ja klar, die wollen Geld und das bekommen sie halt von den Touris. Zum Glück haben wir von 50.000 Rp, noch auf 25.000 gehandelt. Später erfuhren wir von dem Mofabesitzer, dass die Licence immer im Innenfach der Mofa liegt - was wir nicht wussten. ABER die Polizei das eigentlich immer weiß! Grrrr. Beim Essen haben wir auch schon gesehen, wie ein Polizist DVD an Touris verkauft hat - ich denke nicht, dass es Orginal-DVDs waren, sondern kopierte. Wäre bei uns undenkbar. Ein Balinese hat uns gefragt, ob man die Polizisten in Deutschland auch mit Geld bestechen könne...
Dann haben wir noch einen Balinesen kennengelernt - a

n der Ampel (man hält dort halt mal nen kleinen Talk). Der hat uns in sein Haus eingeladen. Erst skeptisch, aber dann doch neugierig sind wir mitgefahren. Er ist Goldschmied und hat uns gezeigt, wie er und seine Familie Silber herstellen. Später zeigte er uns dann in einem Verkaufsraum die ganze Ware und wir könnten gerne was kaufen, so der Mann. "War ja klar", dachte ich. Na ich habe mich zu ein paar Ohrringen überreden lassen. Na, die haben uns das halt so nett erklärt und da bin ich schwach geworden.
Morgen wollen wir mit Jeffrey, einem Mann, der auch schon Freunde von uns vor ein paar Monaten auf der Insel rumgefahren hat, in den Süden fahren. Hoffentlich finden wir da ne günstige Unterkunft. Denn die, die wir angerufen haben, waren fully booked oder zu teuer.

Zum Thema Essen: Bis jetzt ist alles gut "drin" geblieben bei uns. Auch das Essen der alten Kaschemme in einer Seitenstraße. Das hatte uns unser Mofabesitzer empfohlen und auch die Österreicher da drinnen waren begeistert. Also gabs mal wieder lecker indisches Essen. Reis (wie fast täglich) mit Chicken Spieße in Erdnussbutter-Soße. Lecker! Nur unser deutsches Frühstück fehlt mir manchmal. Denn morgens kann ich wirklich noch nicht Reis oder warme Dinge essen. Aber ich finde hier meistens doch noch nen Toast.

So jetzt fahren wir nach Nusa Dua auf der Ostseite Balis. Es ist wirklich toll hier. Ich denke, wer einmal hier war, der kommt wieder. Wir überlegen sogar schon, noch ein paar Tage dran zu hängen. Aber bis jetzt sind wohl alle Flüge bei Qantas ausgebucht.
Bis demnächst,
Eure Gabi