Eigentlich wären wir gar nicht in Australiens bekanntester Stadt angekommen, zumindest nicht pünktlich, wenn wir nicht großes Glück gehabt hätten. Denn wir haben unseren Flieger verpasst (Micha wollte noch mal eben „kurz“ zur Post). Auf dem Weg zum Flughafen telefonierte ich dann (nachdem ich ne halbe Stunde in der Warteschleife war) mit Qantas, um den Flug zu verschieben. Und was sagt mir die gute Dame am Telefon? Dass das eigentlich zu spät sei, aber heute wohl jemand auf mich von oben herab schauen würde (!) und ich Glück habe. Grund: Unser Flug wurde storniert und wir müssen mit einer der nächsten Maschinen nach
Sydney fliegen. Also noch mal Café geschlürft und dann ging es auch schon los. Na ja nicht ganz, denn auch die nächste Maschine hatte einen technischen Schaden und wir mussten warten. Dann als es losgehen sollte, kam ein starker Wind auf und wir mussten wieder warten. Na ja, irgendwann sind wir dann doch angekommen in SYNDEY!!!
In Sydney beschleicht einen zunächst das Gefühl: Oh Gott, ich schaffe es nicht alles zu sehen. Nach langem sind wir wieder in einer Großstadt und müssen uns an die Hektik erst einmal gewöhnen. Ich hatte mir viel vorgenommen; meine Sehenwürdigkeiten-To-Do-Liste war lang. Also bin ich direkt am ersten Tag drauf
losgelaufen, bis mir die Füße qualmten. Das berühmte Opera House war meine erste Station. Dahinter gibt es einen tollen Park, von dem man einen guten Blick auf die Habour Bridge und das Opera House hat. Weiter ging es über das Hafenviertel „The warf“ zur Habour Brigde mit dem Pylon Lookout. Anschließend bin ich natürlich einmal drüber gelaufen. Man kann sogar eine Tour buchen, bei der man über die Brücke läuft (Habour Bridge Climbing) – das war mir aber zu teuer. Also habe ich das gute Stahlstück einfach per pedes auf dem normalen Fußgängerweg überquert – kostenlos.
Am Fuße von der Habour Bridge liegt als historische Viertel „The Rocks“, wo vor über 200 Jahren Kapitän Arthur Phillip die erste Flotte von 11 Schiffen in der Bucht Ankern ließ. Außer Siedlern und Soldaten gingen reichlich Gefangene an Land, die hier eine Siedlung bauen mussten. Also ohne die europäischen Strafgefangenen gäbe es heute kein Sydney!.Viele alte Häuser stehen noch heute und nachdem dieses Viertel in den letzten Jahrzehnten „wieder entdeckt“ wurde, haben sich viele kleine süßen Geschäfte und unendlich viel Charme dort angesiedelt. Das Viertel wurde quasi aus seinem Dornröschenschlaf geholt...
Am Nachmittag habe ich den wunderschönen Malls
(The Strand Arcade und dem Victoria Queens Buildung) einen Besuch abgestattet
und nur über die Schönheit gestaunt. Da war es mir auch egal, dass die
Geschäfte geschlossen hatten – vermutlich auch
besser so. Vielleicht sollten wir so was mal auf der Kö in Düsseldorf haben …
Den Tag haben wir in einer Fahrt mit der Mono-Skyrail (überirdische Bahn, auf ca. 8 Metern erhöht) enden lassen. Und da Micha nicht genug bekommen konnte, sind wir insgesamt 3 Runden in dieser Bahn geblieben, bevor wir schnell noch Fastfood essen gegangen, den weiten Weg nach Hause gelaufen und dann müde ins Bett gefallen sind.
Am nächsten Tag standen der Hyde Park und ein paar Museen auf dem Programm. Hier bekommt man wenigstens etwas von der Geschichte Australiens mit. Auf dem Foto seht ihr die Betten der ersten Europäer, die ja Sträflinge nach Australien kamen.
Weiter ging meine Tour zum Parlament, was durch die traditionellen alten großen Leder-Sessel richtig beeindruckend
war. Hier tagt sowohl der Senat als auch das Repräsentantenhaus mehrmals im Jahr. Und auch die Queen kam schon einige Male vorbei. In der Kathedrale am Hyde Park habe ich mir einige Minuten Verschnaufpause gegönnt. Nachmittags gabs dann natürlich die obligatorische Hafenrundfahrt.
Am frühen Abend nahm ich einen kurzen Abstecher zum Observator
ium (jetzt weiß ich auch endlich, wie das Sternenbild „Kreuz des Südens“ aussieht und ich habe rausgefunden, dass „mein“ Sternenbild, was mich in Australien schon seit Monaten „begleitet“ Oreon heißt).
In Sydney gibt es unheimlich viele alte Gebäude. Zwischen all
den Hochhäusern fallen sie besonders auf. Auch die einzelnen Stadtteile Sydneys wie z.B. Darlinghurst, Elisabeth Bay, Kings Cross und Padington glänzen mit diesen alten viktorianischen Prachthäusern. Micha und ich lieben diese Art von Häusern und würden am liebsten sofort einziehen. Während die City Sydneys eher hektisch ist, geht es in den Stadtteilen unmittelbar von der City entfernt, schon ruhiger zu. Besonders Darlinghurst hat es uns angetan. Es gibt viele kleine niedliche Cafes und individuelle junge Mode. Vielleicht kann man es ein wenig mit Berlin vergleichen. Hier beginnt der Tag mit einem leckeren Latte (was die Australier übrigens immer sehr
ulkig aussprechen, auf jeden Fall nicht italienisch).
Und im alten Elisabeth Bay House haben wir von einem netten alten Herrn eine kostenlose
Führung bekommen. Dererzählte uns, wie man hier früher in so einem noblen Haus gelebt hat. Ja die feinen Herren und Damen mussten nachts nicht auf die weite Toilette gehen, sondern erhoben sich aus ihrem hohen (!) Bett, stiegen eine kleine Bett-Treppe hinunter. Und in dieser praktischen Treppe gab es auch ein Plumps-Klo.
Herrliche Erfindung! Aber weniger herrlich war folgende Tatsache: Wenn die Frau ihre Regel hatte, ging der Mann für diese Tage in sein Nebenzimmer. Sieschliefen getrennt. Verrückter ist es in anderen Religionen, wo die Frau dann in ein Nebenzimmer muss.
Natürlich haben wir einen Abstecher zu den
berühmten Stränden Manly Beach und Bondi Beach gemacht, leider immer zu spät, um noch schwimmen zu gehen, aber gerade noch pünktlich zum
Sonnenuntergang und um ein Bondi Beach T-shirt zu ergattern.
Was gab es sonst noch zu sehen? Spinnen in der Großstadt (die gibt es wirklich überall). Dabei ist diese hier noch nicht mal
besonders groß. Aber wenn man so seinen
Latte (skinny & weak habe ich immer
bestellt, sollten wir auch mal einführen) schlürft und in den Busch neben sich schaut und eine Spinne dieser Größe entdeckt, ist das nicht gerade erfreulich.
Nach einigen Hindernissen wegen Hotel, Flügen und Visum (berichte ich zuhause)
haben wir es dann am letzten Tag noch knapp zu den Blue Mountains geschafft. Toll! Wenn wir schon nicht nach Neuseeland oder
Tasmanien geflogen sind (was natürlich mehr
als schade ist), haben wir es immer
hin zu diesem
einmaligen Nationalpark geschafft.
Alles in allem hat uns Sydney wirklich gut
gefallen. Und natürlich auch ganz Australien. Eines ist mir überall aufgefallen: Es ist wirklich kein Gerücht, dass die Australier hilfsbereit sind. Sie haben uns geholfen, unser Auto zu knacken, als der
Schlüssel drin war. Sie haben uns täglich
angesprochen, wo wir herkommen, wo wir
hinreisen und uns interessante Dinge aus
ihrem täglichen Leben
berichtet. Und sie haben uns geholfen, unseren Wagen mit einem heißen Fön wieder auzubeulen. Sie haben uns den Weg gezeigt, wenn wir mit einem
Stadtplan verloren an einer Straßenecke standen. Und egal, wo ich alleine
war und einen Selbst-Schnappschuss von mir machen wollte,
ist einer von ihnen zu mir gekommen und hat ein Foto gemacht. Ich musste NIE fragen. Die sprechen dich auch bei jeder Gelegenheit an, ob in der Umkleidekabine, an der Kasse im Supermarkt, im Fischladen – die
Australier sind herzlich, offen und hilfsbereit.
Danke ihr Australier für diese wundervolle Zeit! Und beim nächsten Besuch würde ich gerne den Ayers Rock sehen und noch ein wenig mehr über die Aboriginis erfahren. Bitte vergesst nicht, dass sie die Ersten in ihrem Land waren und noch eine Menge zu berichten haben. Die Integration muss weiter gehen!
Good Bye Australia, see you soon!
Hopefully...










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