Dienstag, 20. Januar 2009

Als Wurstverkäuferin auf dem Victoria Nightmarket?

Da Reisen teuer ist, dachte ich mir, warum nicht ein paar Dollar dazu verdienen? Leichter gedacht, als getan. Denn genau das dachten sich wohl auch tausende von australischen Schülern, die derzeit Schulferien bzw. lange Sommerferien haben.


Aber ich dachte mir, vielleicht finde ich ja ne deutsche Firma in Melbourne, die dann genau mich als Deutsche braucht. So bin ich u.a. auf die deutsche Wurstfabrik gestoßen. Ja, ich wollte Würstchen verkaufen oder sie herstellen oder die Geräte sauber machen. Keine Ahnung, irgend einen Job halt machen. Die suchten gerade ein paar Backpacker. Ein kurzer Anruf und schon gabs den nächsten Schritt: Ich sollte mich auf dem Victoria Nightmarket bei dem deutschen Paar vorstellen.Dort haben sie u.a. einen Verkaufsstand.


Seit 1878 gibt es den Queen Victoria Market, der sich seitdem zu einer Institution von Melbourne entwickelt hat. In diesem Einkaufsmecca gibt es Straßenmusikanten, Souvenir, Fashion, Gourmetspeisen, frischen Fisch und Bioprodukte und natürlich die deutschen Würstchen.Und auf diesem Markt verkaufen sie zwei Mal die Woche ihre einmaligen deutschen Würstchen und Pommes und Sauerkraut.


Aber dort angekommen, hätten wir am liebsten gleich wieder umgedreht. Es stank dermaßen nach Fisch und Fleisch, dass besonders Micha übel wurde. Es war voll, laut und glich einem Jahrmarkt. Sicher ist es für viele ein Ort des Zusammentreffens, aber nach unserem Tinitus wohl überhaupt nicht das Richtige. Aber so schnell wollte ich nicht aufgeben. Ich sprach trotzdem mit dem Paar. Als sich rausstellte, dass sie nur jemanden für zwischendurch (also mal nen Tag alle paar Wochen) suchen, war ich fast schon froh. Denn das war ja nicht das, was ich suchte. Ich wollte ja am liebsten ein paar Wochen durcharbeiten. Und dann weiterreisen. Aber nichts desto trotz habe ich meine Nummer hinterlassen. Das Geilste kommt eigentlich noch: Wer für die Wurstfabrik arbeitet, soll auch in der Wurstfabrik wohnen. Ach ne, die nennen das "Wursthotel" und wir könnten in der Honeymoon-Suite wohnen. Soll heißen irgendein Doppelbett überhalb der Wurstfabrik.Und für diese Unterkunft ziehen sie einem dann einen heiden Geld vom Lohn ab.

Na ja, in Sachen Job habe ich jetzt mehrere Bewerbungen geschrieben. Und warte mal ab. Evtl. machen wir sonst Fruitpicking außerhalb von Melbournes, was aber leider auch oft Ausbeute ist. Die Saison fängt in ein paar Wochen an.


Micha hat es als starker Mann besser. Er kann gelegentlich für Freunde von

Dave arbeiten, bei Umzügen. Eventuell brauchen die auch mal ein Mädel in der Fabrik zum Verpacken. Na das hört sich doch besser an, als in der

Wurstfabrik. Wo ich übrigens die ganzen blutigen Geräte hätte sauber machen dürfen...

Keine Kommentare:

Blog-Archiv