So jetzt ist es mal wieder Zeit für ein paar Beobachtungen...
Das 1x1 des Handelns ist eine Übungssache. Handeln ist in Thailand eine Sache für sich. Wie schon in Bali muss man hier für alles verhandeln, aber zum Glück weniger nervig als in Bali. Handeln funktioniert hier ungefähr so: Regel Nr. 1: Zunächst machst du dir Gedanken, wie viel du für die Sachen maximal ausgeben willst. Regel Nr. 2: Niemals zu viel Interesse an dem Gegenstand zeigen!!! Das Prozedere: Die Thais sagen dir einen Preis oder tippen ihn in den Taschenrechner (Beispiel: 1000 Bht) und du ziehst ca. 50 Prozent ab (500 Bht),
und tippst deinen Preis in den Taschenrechner. Dann raufen sie und schimpfen, dass dein genannter Preis unverschämt ist und er das nicht dafür verkaufen könne. Sie tippen einen neuen Preis rein (900). Du beguckst dir die Ware noch mal und guckst grübelnd, nennst dann einen neuen Preis (600 Bht). Das geht dann immer so weiter, bis man ca. bei 700 oder 800 Bht liegt. Also im Durchschnitt bekommt man die Dinge 25 % günstiger. Natürlich abhängig von der Ware. Gelegentlich auch mehr als 25 Prozent. Regel Nr. 3: Und immer Lachen, dann hast du sie eher auf deiner Seite. Erzähle ihnen wo du herkommst oder wie lange du schon reist und jetzt kein Geld mehr hast.
In der Provinz Krabi urlauben jedoch 80% Schweden und die haben anscheinend keine Lust auf Handeln und zahlen oft den erstgenannten Preis. Daher ist es in dieser Region schwieriger zu handeln. Danke ihr Ikea-Erfinder, ihr Wasabrot Esser! Dabei gehört das Handeln für die Thais zur Kultur.
Übrigens ist es bei den Übernachtungen auch nicht immer einfach. Bungalow ist nicht gleich Bungalow. Die Preisspanne ist wirklich enorm. Wobei das nicht gleich heißt, je teurer desto besser. Also immer erst mal ein paar Übernachtungsmöglichkeiten checken, bevor man sich niederlässt. Hostels mit Gemeinschaftsküche wie in Australien gibt es hier nicht. Davon hab ich auch erst mal die Schnauze voll (immer fehlt es an Besteck oder es ist verbogen, dreckig oder man isst aus einem Topf, weil wie gesagt ein Teller fehlt…) Wenn den Thais ein Teller fehlt, wie letztens beim Essen bei einem Schnorchelausflug, dann geben sie dir schnell ihren eigenen Teller – nur kurz mit ein paar Tropfen Wasser abgespült. Nein Danke!
Lustig ist auch die Verständigung in Thailand. Die meisten Thais sprechen kaum Englisch, auch wenn sie in einem Touri-Restaurant arbeiten. Da bekommt man schon mal ein falsches Gericht oder versucht ihnen mit Händen und Füßen zu erklären, was man essen will. Also am besten auf das Gericht in der Menükarte tippen, damit nix falsches kommt. Micha wurde letztens ein falscher Fisch gebracht, was uns aber nicht aufgefallen ist. Nach ein paar Minuten kam der Kellner, der es wohl bemerkte und fragte, ob wir den anderen Fisch lieber wollen. Am Ende sollte Micha dann beide Gerichte bezahlen. Wo gibt’s denn so was??? Es folgte eine lange, fette Diskussion mit mehreren Thais.
Wenn dich ein Thai nicht versteht, lacht er immer. Lachen gilt hier als etwas, aus jeder Situation rauszukommen. "Mai pen rai" heißt "- Macht doch nichts",
sagen sie auch immer. Eine weitere Tatsache in Punkto Verständigung ist ziemlich erschreckend: Das eigene Englisch verschlechtert sich zunehmend. Je einfacher ein Satz, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass dich die Thais verstehen. „Want look room.“ Eine typische Thaiantwort, auf die Frage, ob alle Räume gleich sind: „Same same“. Das hört man hier mindestens einmal am Tag. Es gibt schon Tshirts mit den Aufdrucken „Same same, but different“ zu kaufen, so ein Running Gage ist das geworden.
Thema Service
Der Service in den Restaurants ist nicht mit dem Service in Deutschland zu vergleichen. Meist holt man sich selbst die Menükarte vorne ab oder bestellt direkt vorne, sonst kommt keiner. Es kommt auch selten jemand und fragt dich, ob du noch was trinken möchtest. Aber bei anderen Dingen sind sie ganz schnell: Und
zwar falls sie dir doch mal ne Menükarte bringen, bleiben sie direkt bei dir stehen und wollen die Bestellung aufnehmen.
Fragen über Fragen
Auch wenn ich schon zwei Wochen hier bin, kann ich immer noch nicht nachvollziehen, welche Lebensweise die Thais haben. In ihren Geschäftenfinde ich immer wieder einfache Decken, auf denen die ganze Familie schläft und wenn man den Laden betritt, steht halt einer auf und verkauft dir was. Wie können die bloß auf dem Boden schlafen?
Und in jeder Unterkunft finden wir Dinge, die bei uns auf Unverständnis stößt. Warum gibt es Schlösser an den Balkontüren, wenn man sie einfach zur Seite hin öffnen kann – wohlgemerkt im geschlossenen Zustand! Warum schläft man oft auf dreckigen Laken? Und warum gibt es Matratzen, die auf Holzbrettern liegen – aua Rücken.
Oder warum baut man Bungalows direkt neben einen lauten Generator? Da will doch niemand einziehen! Aber
die Thais schreckt das nicht ab. Die sind irgendwie lautempfindlich. Ich glaube, bei denen gilt: je lauter desto besser. Das beweisen ja auch die lauten Auspuffe an den Longtail Booten.




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